micelab:bodensee geht auf Reisen

08. 03. 2021 Aktuell, Forschen 0 Kommentare

Corona hat die Veranstaltungsbranche zum Stillstand gebracht. Kongresshäuser sind zu, Termine für Tagungen, Messen, Seminare, Konzerte und Co auf unbekannt verschoben. An Reisen ist nicht zu denken. Oder doch? Ausgerechnet jetzt brechen die Leute vom micelab:bodensee zu einer einjährigen Expedition auf – inmitten der Pandemie!

Die meisten machen aus der Not eine Tugend, nur wenige ein neues Format: micelab:expedition wurde speziell für die Pandemiephase entwickelt. Dabei begeben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine einjährige Forschungs- und Lernreise im digitalen Raum. Start ist Ende März.

Das gewählte Thema trifft den Nerv der Zeit: „Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit“. Festgestanden hat es allerdings schon lange vor Corona. Es sollte 2020 in einem physischen Treffen bearbeitet werden. Nun also im virtuellen Miteinander in zehn Einzelveranstaltungen.

Ohnmacht überwinden
Ziel der Reise ist, „die aktuellen Ohnmachtsgefühle und Unsicherheiten zu überwinden und ins Handeln zu kommen“, meint Michael Gleich, der gemeinsam mit Tina Gadow und Vera Hoffmann als "Kuratrio" die Reiseroute geplant hat und begleiten wird. Das neue Format nutzt die Methode „Appreciative Inquiry (AI)“ – die „wertschätzende Erkundung“.

Die Methode kommt aus der Organisationsentwicklung und hilft, eigene Stärken zu erkennen und zu nutzen. AI arbeitet vor allem mit Fragen: „Was hat dir geholfen, schwierige Situationen zu meistern?“, nennt Kurator Michael Gleich ein Beispiel. AI-Expertin Vera Hoffmann agiert nicht nur als Reiselotsin, sondern liefert auch fachlichen Input. Unter den weiteren Impulsgebern findet sich Hartmut Rosa, einer der renommiertesten Resonanzforscher.

Ins Handeln kommen
Die Lernreise soll die micelab-Community mit Übungen unterstützen, Ohnmachtsgefühle zu überwinden und ins Handeln zu kommen. Letztlich sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf vier Ebenen gestärkt werden: persönlich sowie als Unternehmen, als Community um den Bodensee und Vorreiter in der Branche.

Neulinge sollen im Vorfeld in virtuellen Blind Dates mit langjährigen Mitgliedern das micelab:bodensee kennenlernen. „Das trägt zur Vertrauensbildung bei – eine unverzichtbare Qualität, um Menschen abzuholen und Unsicherheiten abzulegen“, betont Tina Gadow.

Virtuelles Logbuch
Zum Austausch dient die „Events Vorarlberg Plattform“. Dort finden sich auch alle Infos zu den einzelnen Veranstaltungen und der Wissensspeicher mit Ergebnissen, Videos, Lerninhalten und -spielen. So lernt die Community fast nebenbei, mit Hybridität umzugehen und die Möglichkeiten künftig auch bei physischen Treffen mitzudenken und zu nutzen. Auch wenn das wahre große Ziel der Reise wieder echte Begegnungen sind – sobald die Pandemie vorbei ist. Hoffentlich bald.

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