Von Hirschohren und Eulenaugen

06. 12. 2017 Forschen 0 Kommentare

Ein Labor mit viel Freiraum inmitten einer herbstlich bunten Parklandschaft, eigenem Seezugang und einem offenen Forschungsteam: Die Rahmenbedingungen des micelab:explorer II waren geradezu perfekt. Auf Schloss Marbach gingen wir einmal mehr der Frage nach, wie wir Veranstaltungen lebendig gestalten können – nach „Angst & Vertrauen“ (2016) diesmal unter dem Aspekt von „Eros & Resonanz“.

Die drei Impulsgeber 2017:

  • Wolfgang Endres, Resonanzpädagoge und Motivationsforscher
  • Johannes Voit, Musikvermittler und freischaffender Künstler
  • Chris Schorpp, Wildnispädagoge und Personal Trainer

Was fördert Verbundenheit?
Durch zahlreiche Übungen drinnen und in der freien Natur wurde klar: Die innere Einstellung, die Haltung in einem Gespräch, Lernsituationen, räumliche Settings oder bestimmte Abläufe können Resonanzen ermöglichen und verstärken – dann ist Eros im Spiel –, aber auch unterbinden. So identifizierten die 13 Forscher „Resonanzförderer“ und „Resonanzkiller“.

Natürliche Rhythmen
Chris Schorpp machte bewusst, wie stark archaische Rhythmen uns Menschen – als Teil der Natur – beeinflussen. Die natürliche Abfolge von Inspirations-, Aktivitäts-, Entspannungs- und Reflexionsphasen sorgt für Resonanz und Verankerung von Erfahrungen. Bei Veranstaltungen kommen die ruhigeren Phasen nicht selten zu kurz.

Geschärfte Sinne
Durch Übungen in der Natur wurden klar: „Hirschohren, Eulenaugen und Hundespürnasen“ helfen uns, unser Umfeld besser wahrzunehmen und in Resonanz zu treten. Übertragen auf die MICE-Branche heißt das: Wir berühren und werden berührt. Gepaart mit Emotion können wir Gelerntes vertiefen; Bedürfnisse von Gesprächspartnern nachvollziehen.

Lerntypen ansprechen
Gruppen sind immer aus vielen Lerntypen zusammengesetzt. Wolfgang Endres legte deshalb nahe, Teilnehmer von Veranstaltungen durch verschiedene Resonanzkanäle anzusprechen und intellektuelle, emotionale, systematische und andere Zugänge zu Inhalten zu schaffen.

Offenheit
Wie wichtig eine offene, unvoreingenommene Hörhaltung ist, machte Musikvermittler Johannes Voit verständlich: Offenheit fördert Resonanz. Vorgefertigte Meinungen sind hingegen Resonanzkiller. Das gilt auch für Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern.

Zeit und Muße
Fehlen Zeit und Muße, Inhalte zu vertiefen, wird Resonanz unterbunden. Auch vorweggenommene Ergebnisse sowie das Denken in Richtig & Falsch oder in Gewinner & Verlierer sind Resonanzkiller. „Ergebnisdompteure“, die „ihr Ding“ durchboxen, ersticken ebenso jegliche Resonanz im Keim.

Um ein Feuer mit ein paar Ästen und drei Streichhölzern zu entfachen, braucht es viel Zeit und Muße, merkten die Forscher. Das braucht’s auch für gute Kundengespräche – bestenfalls mit dem Ergebnis, dass die Gesprächspartner für ihr gemeinsames Thema „brennen“. Etwa für ein neues Veranstaltungssetting…

Fotos: Michael Gleich

Mehr zur Forschung finden Sie hier.

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